Gesundheitspolitik ist Patientenpolitik

Wenn man Menschen auf der Straße fragt, welche politischen Themen sie am wichtigsten finden, so kommt an einer der ersten Stellen Gesundheit. Leider spiegelt sich dieses Bedürfnis nach einer guten Gesundheitsversorgung nicht im Interesse oder Verständnis wider, welches der durchschnittliche Patient vom Gesundheitswesen hat. Die Devise ist: Hauptsache es funktioniert. Aber ob und wie es funktioniert, lässt sich leider als Patient nur dann mit Sicherheit feststellen, wenn es nicht funktioniert. Nur ist es dann im schlimmsten Fall zu spät.

Ich möchte etwas Licht ins Dunkel des Gesundheitswesens bringen. Mich stört es sehr, dass das Interesse der Medien beim Thema Gesundheit leider erst bei schlagzeilenwürdigen Skandalen anfängt oder in einer seichten Wissenschaftler-haben-herausgefunden-Manier dahin blubbert. Die wirklich wichtigen Themen, welche Gesetze wieder weichgespült werden, ob und welche Gesetzesvorgaben der GBA überhaupt umsetzt, wie z.B. die KBV und die Krankenhausgesellschaft tricksen, um die Patienten weiterhin am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, finden in den Medien sehr selten statt.

Der Stein des Anstoßes war eine Pressekonferenz des GBA zur Qualitätssicherungskonferenz dieses Jahr. Anwesend, neben den Vertretern der Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung und des Patientenvertreters, waren unter anderem acht sehr junge Journalistinnen, die überhaupt keine Frage stellten. Sonst wurden nur Standardphrasen gedroschen was das Zeug hält und niemanden scheint das gestört zu haben. Nunja, mich hat es natürlich umso mehr gestört. Dass keine Zeitung dieses Landes es für nötig hält, den Repräsentanten der Leistungserbringer mal auf den Zahn zu fühlen, finde ich skandalös. Dass der Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung zehn Minuten über Qualitätssicherung erzählt, obwohl es kein einziges externes Instrument zur Überprüfung der Qualität im zahnärztlichen Bereich gibt, scheint hier kein Problem zu sein. Ich finde, das ist ein gewaltiges Problem.

Ich glaube, ihr wisst nun, worum es mir bei diesem Projekt geht. Ich möchte Gesundheitspolitik aus Patientensicht erzählen, unbeeinflusst von Lobbyinteressen und faktenbasiert.

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